Oxford Academics: 1.Footnotes of Fairytales | 2. Footnotes of Forever
LYX | 512 Seiten | 16,90€ D Paperback → Zum Verlag | 17.08.2026 | New Adult
Die einzigen Liebesgeschichten, die für Brielle zählen, sind die in den Märchen, denen sie sich in ihrer Doktorarbeit in Oxford widmet. Sie meidet jede Ablenkung von ihrer Promotion, insbesondere Coben Bronte. Coben ist beliebt, von sich selbst überzeugt und der Doktorand, mit dem sich Brielle einen Bibliothekstisch teilt – und sonst nichts. Bis sie dringend Geld benötigt und mit Coben um die Leitung eines Seminars konkurriert. Als aus dem Wettstreit plötzlich ein unerwarteter Deal wird, lernen die beiden neue Seiten aneinander kennen und kommen sich immer näher. Doch so sehr Brielle Coben auch vertrauen will, sie weiß nur zu gut: Ein Happy End gibt es nur im Märchen. Oder?
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MERIT NIEMEITZ wurde 1995 in Berlin geboren und lebt noch immer dort. Ihre Wohnung ist gefüllt mit unzähligen Flohmarktschätzen, Pflanzen und Büchern. Seit ihrer Kindheit liebt sie Worte und schreibt ihre eigenen Geschichten. Während und nach ihrem Studium der Kulturwissenschaft arbeitet sie seit Jahren in der Buchbranche und möchte eigentlich auch nie etwas anderes tun.
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Das Cover von Footnotes of Fairytales gefällt mir richtig gut. Ich mag den verspielten Artstil und vor allem die vielen kleinen Details. Gleichzeitig wirkt es durch die Gestaltung sehr edel und passt wunderbar zu der märchenhaften Atmosphäre der Geschichte.
Der Schreibstil von Merit Niemeitz konnte mich ebenfalls schnell für sich gewinnen. Er ist sehr detailreich, bildlich und auf eine besondere Art fast schon verzaubernd. Gerade die vielen kleinen Beobachtungen und märchenhaften Gedanken sorgen dafür, dass die Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre bekommt. Erzählt wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Brielle und Coben, wodurch man beide Charaktere und ihre unterschiedlichen Sichtweisen sehr gut kennenlernen kann.
Brielle war für mich dabei eine ganz besondere Protagonistin. Nach einem Verlust in ihrer Vergangenheit scheint sie ihr eigenes Leben ein Stück weit pausiert und einen Teil ihres früheren Kampfgeistes verloren zu haben. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin lebt sie ein wenig in ihrer eigenen Welt und gerade Brielles Blick auf die kleinen Dinge hat mir unglaublich gut gefallen. Sie entdeckt überall etwas Märchenhaftes und Besonderes, wodurch auch ganz alltägliche Momente plötzlich ein bisschen magisch wirken. Coben könnte auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Er ist unglaublich zielstrebig, möchte in allem der Beste sein und setzt hohe Ansprüche an sich selbst. Gerade diese ehrgeizige Art hat ihn für mich aber unheimlich liebenswert gemacht. Sowohl Brielle als auch Coben haben ihre ganz eigenen Eigenheiten und genau das macht sie als Charaktere so interessant.
Besonders schön fand ich das Zusammenspiel der beiden. Ihre Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und bekommt die Zeit, die sie braucht. Dieser Slow Burn hat für mich richtig gut funktioniert. Gleichzeitig gehen Brielle und Coben sehr wertschätzend miteinander um und ich mochte ihre Dynamik unglaublich gerne.
Auch das Oxford-Setting trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. Die Universität und ihre Umgebung sind nicht einfach nur eine hübsche Kulisse, sondern begleiten die Geschichte durchgehend. Zusammen mit dem detailreichen Schreibstil entsteht dadurch eine gemütliche Academia-Atmosphäre, in der ich mich erstaunlich schnell zuhause gefühlt habe.
Mein persönliches Highlight waren allerdings die Märchenelemente. Dabei geht es gar nicht darum, bekannte Märchen einfach nachzuerzählen. Vielmehr findet Brielle in vielen kleinen Dingen etwas Märchenhaftes. Diese Gedanken und Anspielungen ziehen sich durch die Geschichte und verleihen ihr einen ganz eigenen Charme.
Generell ist Footnotes of Fairytales keine Geschichte, die von einer actionreichen Handlung lebt. Sie ist eher ruhig, cozy und süß und beschäftigt sich gleichzeitig mit Verlust, Selbstfindung und ein Stück weit auch mit Selbstheilung. Gerade diese Mischung hat für mich sehr gut zu den Charakteren und dem Setting gepasst.
Und dann kam das Ende.
Ich muss zugeben, dass ich während des Lesens irgendwie fest davon ausgegangen bin, dass die Reihe zwar zusammengehört, im zweiten Band aber ein anderes Pärchen im Mittelpunkt stehen würde. Tja – falsch gedacht. Die Geschichte von Brielle und Coben ist nach diesem Buch definitiv noch nicht vorbei und dementsprechend endet Band eins mit einem ziemlich großen Knall.
Gerade weil die beiden vorher so wertschätzend miteinander umgegangen sind, konnte ich die Entwicklung am Ende nicht vollständig nachvollziehen. Für mich hatte sie etwas Selbstsabotierendes und wirkte ein wenig so, als würde noch einmal Drama geschaffen, um ihre Geschichte in einen zweiten Band tragen zu können. Das ist allerdings auch sehr stark persönliche Geschmackssache. Bei Romance-Reihen mag ich es einfach lieber, wenn die Liebesgeschichte eines Paares innerhalb eines Bandes abgeschlossen wird und in den Folgebänden andere Charaktere in den Mittelpunkt rücken. Wenn sich eine Romance über mehrere Bücher zieht, entsteht für mich schnell das Gefühl, dass zwangsläufig neues Drama gebraucht wird.
Trotzdem hat mir die Geschichte insgesamt wirklich gut gefallen und vor allem ihre ganz besondere Atmosphäre ist mir im Gedächtnis geblieben.
Footnotes of Fairytales ist eine wunderschön atmosphärische Romance mit ganz besonderen Charakteren, einem verzaubernden Schreibstil und jeder Menge märchenhafter Details. Vor allem Brielles ungewöhnlicher Blick auf die Welt, Cobens zielstrebige Art und die wertschätzende Slow-Burn-Dynamik zwischen den beiden haben mir sehr gefallen. Zusammen mit dem starken Oxford-Setting entsteht eine wunderbar cozy Geschichte über Liebe, Verlust und Selbstfindung.
Lediglich die Entwicklung am Ende konnte mich nicht vollständig überzeugen. Ich hätte die Liebesgeschichte der beiden lieber innerhalb eines Bandes abgeschlossen gesehen und war entsprechend wenig darauf vorbereitet, mit welchem Knall die Geschichte endet. Für mich kein absolutes Highlight, aber eine wirklich schöne Romance mit außergewöhnlichen Märchen-Vibes, die sich von vielen anderen Geschichten des Genres abhebt.
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