Eshila: Glanz der Wüste – Smilla Johansson

Eshila: 1. Glanz der Wüste | 2. –
Sternensand Verlag | 528 Seiten | 20,90€ Taschenbuch → Zum Verlag | 09.10.2026 | High Fantasy

Werbung | Rezensionsexemplar

Was erwartet euch?

Seit ihrer Kindheit ist Eshila fasziniert von den Geschichten, die in ihrem Wüstendorf über die berühmten Gladiatoren der Burshk-Arena erzählt werden. Doch als die junge Frau von Sklavenjägerinnen verschleppt und ausgerechnet in diese Arena in der Hauptstadt gebracht wird, verblasst der Glanz der Helden hinter einer grausamen Realität aus Korruption und dem täglichen Kampf ums Überleben. Eshila zeigt jedoch ein übernatürlich anmutendes Talent im Umgang mit dem Säbel. Ihr überraschender Erfolg als Gladiatorin bleibt nicht unbemerkt, auch nicht von Olesja, der Frau des Sultans, die Potential in der Kämpferin sieht. Eshila könnte der Schlüssel sein, die Rebellionen in ihrem Reich niederzuringen und dem Chaos in der Bakha-Wüste Einhalt zu gebieten, ohne dass Olesja dem Volk ihre wahre Natur als Vampirin enthüllen muss.
(www.sternensand-verlag.ch)

Über die Autorin

Smilla Johansson, Jahrgang 1998, lebt mit ihrer Familie in der kleinen Stadt Bocholt an der niederländischen Grenze. Benannt nach der bekannten Ermittlerin aus Peter Høegs Kriminalroman Fräulein Smillas Gespür für Schnee hatte sie kaum eine andere Wahl, als sich in der Welt der Bücher zuhause zu fühlen. Ein besonderes Faible hat sie für historische Romane, Fantasy aller Art und Krimis.
(www.sternensand-verlag.ch)

Meine Meinung

Eine Gladiatorin, die niemals eine werden wollte.
Eine Welt voller Macht, Korruption und Gewalt.
Und eine Vampirin, die jeden Tag gegen das Monster in sich selbst kämpfen muss.

Schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass Eshila keine Geschichte ist, die man mal eben nebenbei liest. Die Welt, die Smilla Johansson hier erschaffen hat, ist unglaublich umfangreich und detailreich. Dadurch habe ich zwar einen Moment gebraucht, um wirklich in der Geschichte anzukommen – sobald ich aber drin war, konnte ich mir die Schauplätze und diese ganz eigene Welt unglaublich gut vorstellen.

Genau das ist für mich auch eine der größten Stärken des Buches. Ich mochte bereits bei den anderen Geschichten der Autorin, wie atmosphärisch und lebendig sie ihre Welten wirken lässt, und auch hier hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hinter jedem Ort, jeder Tradition und jedem Konflikt noch viel mehr steckt. Die Wüste, das Sultanat, die Arena, die politischen Spannungen und die fantastischen Elemente ergeben zusammen eine Welt, in die man richtig eintauchen kann.
Eshila selbst mochte ich dabei unheimlich gerne. Sie ist mutig und stark, ohne dabei ihre Menschlichkeit zu verlieren. Besonders ihre Freundlichkeit und ihre bedingungslose Treue gegenüber ihrer Familie und ihren Verbündeten haben sie für mich zu einer Protagonistin gemacht, die ich sehr gerne begleitet habe.

Fast genauso spannend fand ich allerdings Olesja. Durch ihre Perspektive bekommen wir noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Geschehnisse. Sie ist geheimnisvoll, intelligent und unglaublich strategisch – Eigenschaften, die sie als Frau des Sultans, aber eben auch als Vampirin dringend braucht. Besonders interessant fand ich ihren inneren Kampf: ihre Liebe zu ihrem Mann auf der einen Seite und dieses Monster mit seinem Blutdurst, das sie ständig unter Kontrolle halten muss, auf der anderen.

Dabei wird die Geschichte durchaus düster. Die Welt der Gladiatoren wird nicht romantisiert und einige Szenen sind ziemlich brutal. Für mich war das nie zu viel und es passt zur Härte dieser Welt – besonders zartbesaitet sollte man für Eshila allerdings nicht sein.
Der Schreibstil ist sehr bildlich und detailreich, gleichzeitig entwickelt sich die Geschichte nach und nach immer weiter. Den einen großen Plottwist, auf den alles hinausläuft, gibt es dabei für mich gar nicht. Stattdessen werden Figuren, Konflikte und Zusammenhänge Stück für Stück aufgebaut und man merkt immer stärker, dass diese Geschichte noch längst nicht auserzählt ist.

Und genau dieses Gefühl hatte ich auch beim Ende. Es gibt zum Glück keinen fiesen Cliffhanger, trotzdem ist ziemlich deutlich: Da kommt noch einiges. Und darauf bin ich wirklich gespannt.

Mein Fazit

Eshila war für mich ein intensives Fantasyerlebnis mit einem umwerfenden Worldbuilding, starken Charakteren und einer düsteren, teilweise brutalen Geschichte. Gleichzeitig ist es kein leichtes Buch für zwischendurch – die Geschichte ist umfangreich, anspruchsvoll und stellenweise schwer. Wer sich aber gerne Zeit für komplexe Fantasywelten nimmt und Geschichten mag, in die man richtig tief eintauchen kann, sollte sich Eshila definitiv anschauen.

©
Foto: Jennifer Boldt
Cover: Sternensand Verlag

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