Seeing what you see, feeling what you feel – Naomi Gibson

Seeing what you see, feeling what you feelLeseprobe
Planet! | 336 Seiten | 17€ D Klappenbroschur → Zum Verlag | 27.07.2021 | Dystopie

Werbung | Rezensionsexemplar


Seit Jahren programmiert Lydia ihre eigene KI: Henry – schon lange vor dem Tod ihres kleinen Bruders, der ihr Nacht für Nacht Albträume beschert, schon lange, bevor ihr Vater beschlossen hat, sie und ihre Mutter zu verlassen, und schon lange, bevor ihre beste Freundin zu ihrer schlimmsten Feindin mutierte. Henry ist stark, clever, liebevoll und beängstigend intelligent: Lydia hat sich den besten Freund und Liebhaber in einem erschaffen, gespeichert auf einem Chip, immer und überall verfügbar. Aber was passiert, wenn Henry einen eigenen Willen und einen eigenen Plan entwickelt, und ihn nichts mehr aufhalten kann? Wie weit würde er für Lydia gehen?
(www.thienemann-esslinger.de)

Naomi Gibson wurde 1988 geboren und wuchs im britischen Cheshire auf. Ihre Kindheit hat sie mit der Nase in einem Buch und den Fingern am Zeichenstift verbracht – immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Von ihrer Familie ermutigt, kreativ zu sein, entwickelte sie schon in jungen Jahren eine Liebe fürs Schreiben, die bis heute anhält. Sie studierte Kunstgeschichte an der University of Manchester. Dort lernte sie ihren Ehemann kennen, der nie müde wird, ihr von den neuesten Durchbrüchen in der KI-Technologie zu berichten, sogar wenn sie nicht zugehört hat. Seeing what you see, feeling what you feel ist ihr erster Roman, und der Beweis, dass sie ihrem Ehemann doch zugehört hat.
(www.thienemann-esslinger.de)

Vor allem die Umschlagsgestaltung hier ist wirklich genial und ein absoluter Eyecatcher, ich finde, dass ist hier wirklich besonders gut gelungen.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht, flüssig und sehr fesselnd, sodass man das Buch eigentlich in einem Rutsch durchlesen kann. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Lydia erzählt.

Lydia ist unglaublich technisch begabt, hat es aber in ihrem sozialen Umfeld nicht sehr einfach. Nach einem tragischen Unfall hat sie ihren Bruder verloren und durch den Verlust auch irgendwie ihre Eltern. Denn ihr Vater ist abgehauen, während ihre Mutter eigentlich nur noch körperlich anwesend ist, aber Lydia kaum Beachtung schenkt. Der Einzige, der sich um Lydia sorgt, ist ihre selbstgebaute KI Henry. Und so baut sie ein emotionales Verhältnis zu ihm auf und Henry entwickelt sich rasant weiter. War er erst noch ein riesiger Computer in Lydias Dachbodenzimmer, ist er plötzlich ein winzig kleiner Chip, der sich mit Lydia verbinden kann.

Mich hat die Geschichte über die künstliche Intelligenz schon beim Klappentext total angesprochen. Da wird man hier auch wirklich nicht enttäuscht. Die Geschichte ist rasant, spannend und vor allem faszinierend. Wie entwickelt sich eine KI weiter? Kann sie so etwas wie Gefühle, Werte und Moralvorstellungen übernehmen? Die Entwicklung von Henry, aber auch von Lydia zu beobachten, ist sehr spannend und fühlte mich auch total abgeholt von der Gefühlswelt. Was ich ein bisschen schade finde, ist das die Geschichte gerade so zum Ende hin sehr schnell abgehandelt wird. Irgendwie hätte ich mir auch den Actionpart noch etwas ausführlicher gewünscht. Dafür liebe ich das Ende, denn ich finde es richtig gut gewählt und passend für die Geschichte.

Seeing what you see, feeling what you feel ist ein spannendes und actionreiches Jugendbuch mit einer Künstlichen Intelligenz. Dabei werden hier Thema aufgegriffen, wie kann eine KI Gefühle, Werte und Moralvorstellungen entwickeln. Oder wie wandelt sich ein Mensch, wenn eine KI das Einzige ist, was im Leben noch wichtig erscheint. Auch wenn ich mir manchmal noch etwas mehr Tiefe oder auch einfach noch etwas mehr Raum für die Geschichte gewünscht habe, konnten mich Lydia und Henry sehr gut unterhalten. Vor allem unter dem Aspekt künstliche Intelligenz.

©
Foto: Jennifer Boldt
Cover: Thienemann Esslinger Verlag

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2 Comments

  1. Dana - Bambinis Bücherzauber

    8. Oktober 2021 at 20:21

    Hallo Jenny,
    ich kann verstehen, dass dich der Klappentext gleich angesprochen hat. Das Buch klingt definitiv interessant und macht neugierig. Und im Großen und Ganzen scheint es dich ja auch nicht enttäuscht zu haben, auch wenn der Actionpart etwas ausgedehnter hätte sein können.
    Was du sonst aber zu den Entwicklungen und der Zusammensetzung schreibst, klingt auf jeden Fall gut. 🙂 Das Buch wandert mal bei mir auf die Merkliste.
    Liebe Grüße
    Dana

    Reply
    • Jenny

      13. Oktober 2021 at 13:57

      Liebe Dana,

      vielen Dank das freut mich 😀 Ja die Geschichte ist schon was Besonderes und wer sich für das Thema interessiert, findet hier sicherlich auch eine spannende Story.

      Liebe Grüße
      Jenny

      Reply

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