Sanctuary: Flucht in die Freiheit – Paola Mendoza & Abby Sher

Sanctuary: Flucht in die Freiheit
Carlsen | 352 Seiten | 15€ D Softcover → Zum Verlag | 29.07.2021 | dystopische Jugendliteratur

Werbung | Rezensionsexemplar

USA, 2032: Alle Bürger*innen werden durch einen ID-Chip überwacht. Es ist beinahe unmöglich, undokumentiert zu leben, doch genau das tut die 16-jährige Vali. Nachdem sie aus Kolumbien geflohen ist, hat sich ihre Familie ein Leben in Vermont aufgebaut. Als jedoch der ID-Chip ihrer Mutter nicht mehr funktioniert und ihre Stadt nach Undokumentierten durchsucht wird, müssen sie fliehen. Das Ziel: Kalifornien, der einzige Bundesstaat, der sich der Kontrolle entzogen hat. Doch als Valis Mutter festgenommen wird, muss Vali allein mit ihrem Bruder weiter, quer durchs gesamte Land, bevor es zu spät ist.
(www.carlsen.de)

Paola Mendoza ist Autorin, Filmregisseurin, Aktivistin und Künstlerin, die sich an vorderster Front für Menschenrechte einsetzt. Sie ist Mitbegründerin des »Women’s March« und Co-Autorin des New York Times-Bestsellers »Together We Rise«. Mendoza hat ebenfalls bei preisgekrönten Filmen mitgewirkt.

Abby Sher ist Performerin und preisgekrönte Autorin. Neben Jugendromanen schreibt sie auch für diverse Zeitungen und Magazine, wie die New York Times, die LA Times, Elle u. v. m. Eins ihrer Essays war Vorlage für eine Fernsehshow. Sie schreibt Drehbücher und tritt selbst auf der Bühne und in Fernsehshows auf.
(www.carlsen.de)

Das Cover passt wirklich sehr gut zur Geschichte und wirkt irgendwie auch sehr ausdrucksstark.

Der Schreibstil des Autorenduos ist sehr atmosphärisch und emotional, sodass man in die Geschichte eingezogen wird und sie einem auch sehr nahe geht. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Vali erzählt.

Was Vali in ihrer Geschichte durchmacht ist unglaublich schwer zu beschreiben, denn man muss das gelesene erstmal richtig verarbeiten. Dabei ist mir Vali und ihre Geschichte sehr nah gegangen und ich finde, dass Autorenduo hat ein geniales Händchen bewiesen, die Charaktere zum Leben zu erwecken. Vali lebt schon immer mit der Angst, während ihr Bruder in Amerika geboren ist, ist sie damals schon mit ihren Eltern aus Kolumbien geflohen und kennt diese ständige Angst nicht wirklich dazu zugehören. Doch diese Reise, die sie jetzt bestreiten muss, ist anders als alles, was sie je erlebt hat und es ist schrecklich.

Diese Geschichte ging mir wirklich unter die Haut, denn es ist so authentisch geschrieben und so gar nicht weit weg von der Realität. Natürlich handelt es sich hierbei um eine dystopische Geschichte in einer fernen Zukunft. Aber der Grundgedanken von Ausländerfeindlichkeit, Abschiebung und Rassentrennung gibt es auch schon bei uns. Auch die Flucht aus dem eigenen Land erleben viele tagtäglich. Das macht die Geschichte so erschreckend, belebend und regt zur zum Nachdenken an. Die Flucht von Vali und ihrem Bruder quer durch die USA ist sehr spannend und wiederum schrecklich. Eine Geschichte über die man Reden soll und die, die Menschen auch zum Nachdenken anregen wird.

Sanctuary: Flucht in die Freiheit ist eine sehr berührende Dystopie mit spannenden und auch grausamen Elementen, den die Flucht von Vali und ihrem Bruder ist alles andere als ein Spaziergang. Vor allem ist es aber auch so erschreckend, weil es doch sehr realitätsnah ist, denn vom technischen Aspekt der Geschichte abgesehen, sind wir doch in einigen Länder schon so weit. Ausländerfeindlichkeit, Abschiebung und Landflucht gibt es auch in unserer heutigen Welt.

©
Foto: Jennifer Boldt
Cover: Carlsen Verlag

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2 Comments

  1. Dana - Bambinis Bücherzauber

    13. September 2021 at 14:20

    Hallo Jenny,
    ich fand es auch faszinierend und erschreckend zugleich, wie nah an der Realität das Buch ist. Viele der Dinge, die anklingen oder beschrieben werden, sind längst nicht so dystopisch, wie man es gern hätte… Man kann es einfach nicht schönreden, was die Protagonistin und die anderen auf der Flucht erleben, ist einfach schrecklich…
    Mir ging die Geschichte auch unter die Haut und sie wirkt lange nach, immer wieder denke ich an das Buch. Für mich definitiv kein Buch zum nebenbei wegsuchten, da ich viel drüber nachgedacht habe.
    Liebe Grüße
    Dana

    Reply
    • Jenny

      14. September 2021 at 13:05

      Liebe Dana,

      ohjee die Geschichte hält auf jeden Fall nach und ich fand es richtig erschreckend, wie realitätsnah sie doch ist. Ein Buch das echt unter die Haut geht, wie du so schön geschrieben hast 😀

      Liebe Grüße
      Jenny

      Reply

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